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Liebe Leserinnen und Leser,

was bleibt, wenn wir gehen? Diese Frage beschäftigt viele von uns. Der Wunsch ist groß, unsterblich zu sein und etwas zu hinterlassen, das eine Bedeutung auch über unseren Tod hinaus behält. Jeder von uns hat es selbst in der Hand, für diese Spuren zu sorgen. Wer das eigene Leben und das von anderen durch Nähe, Hilfsbereitschaft, Aufmerksamkeit und Hinwendung bereichert, hinterlässt eben diese Spuren, die auf ewig bleiben. Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag – die Gedenktage im November konfrontieren uns mit unserer Vergangenheit und lassen Gedanken und Bitten in uns wach werden, die alle in einen Psalmvers einmünden: „Unsere Tage zu zählen lehre uns! Dann gewinnen wir ein weises Herz“ (Ps 90,12)

In der Regel zählen wir ja unsere Tage nicht. Wir verplanen sie und wir leben sie, als ob uns eine unbegrenzte Menge von ihnen zur Verfügung stehen würde. Es braucht schon einschneidende Ereignisse, um plötzlich vor der Tatsache zu stehen: Deine Tage sind gezählt, deine Lebenszeit kann nicht beliebig verlängert werden. Der Dichter Jean Paul hat für diese Erfahrung ein einprägsames Bild gefunden: „Auf jeden Menschen wird in der Stunde der Geburt ein Pfeil abgeschossen, und dieser Pfeil trifft ihn in der Stunde des Todes. Aber manchmal mitten im Leben hören wir das Schwirren dieses Pfeiles.“

Der Tod eines nahen Verwandten, der Abschied von Freunden, die uns etwas bedeutet haben, die Gedenktage, die uns den Verlust lieber Menschen wieder ins Gedächtnis rufen – das sind Momente, in denen wir das Schwirren unseres eigenen Lebenspfeiles hören können. Wer vom Tod anderer Menschen betroffen ist, wer das Schwirren des Pfeiles hört, der kann lernen, seine Tage zu zählen. Und wer seine Tage zählt, wird versuchen, sie bewusst zu leben und zu gestalten, ihnen Sinn und Inhalt zu geben. Denn es wird ihm immer deutlicher vor Augen stehen, wie kostbar und wertvoll die einzelnen Stunden, Wochen und Jahre sind. Oder noch einmal mit einem prägnanten Wort des Dichters Jean Paul: „Das Leben gleicht einem Buch: Toren durchblättern es flüchtig, der Weise liest es mit Bedacht, weil er weiß, dass er es nur einmal lesen kann.“

Gott befohlen und bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer Eberhard Kort

 

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